wo man nicht hin muss


 

Tuesday, 16. August 2005
badaro
nicht nur ungemütlich, sondern auch unappetitlich, ja gesundheitsgefährdend ist ein besuch im berliner steakhaus badaro. es befindet sich im direkten magnetfeld des touristenumtosten checkpoint charlie. nicht selten entern ganze busladungen auf einmal das einfach eingerichtete und kratzfest beschichtete restaurant. die preise sind beschämend niedrig, es gibt klassische steakhaus-küche. trotz eines offensichtlich hohen durchsatzes (die gerichte kommen schnell) ist der qualität der waren keinesfalls zu trauen. so wurde bei zwei testbesuchen mit über 10 personen mehrfach das hühnerbrustfilet nicht durchgegart serviert, innen roh. ein dem selbstmord offensichtlich nahe stehender bekannter bestellte sogar fisch. zwei stunden nach besuch des restaurant hingen die hähnchenbrust- und fischesser über der großen weißen schüssel und erbrachen nachhaltig. ganz unbedingt meiden.

Badaro-Steakhaus
Kochstr. 16
10969 Berlin
030 2519108


jochen reinecke

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Tuesday, 12. April 2005
sale e tabacchi
wie traurig es ist, wenn zwischen anspruch, design und performance abgrundtiefe kluften klaffen, das lässt sich im italienischen restaurant sale e tabacchi beobachten.



wohl jeder, der genanntes restaurant zum ersten mal betritt, wird sich zunächst wohl fühlen. ein großzügiges gebäude, klare linien, klassisches, schlankes interieur, ein kleiner bistro-bereich vorne, ein großer quadratischer restaurantsaal hinten, soweit so gut.

drei mal war ich dort, drei chancen gab ich diesem restaurant, drei mal versiebte es. die kellner gaben sich blasiert, reagierten weder auf blickkontakt, noch auf augenbrauenheben, noch auf sachte handzeichen. die noch realistischste chance, im sale bedient zu werden, hat derjenige, der keinen hunger hat und einfach nur irgendwo trocken eine zeitung lesen möchte. wem es gelingt, die kellner 20 minuten lang völlig zu missachten und ihnen signalisiert, sie störten womöglich, der mag von ihnen vielleicht aus einer art intrinsischen motivation bedient werden. wer hier essen will, muss zunächst einmal den willen des kellners brechen.

wir wählten antipasti und hauptgang. das warten auf die antipasti zog sich über 30 minuten hin. nach diesen 30 minuten kamen direkt die hauptspeisen. mein freundlicher einwand, dass die antipasti wohl vergessen worden seien, wurde mit einem unfreundlichen "solle ische noche bringän jetzta odär was?" beschieden. nein danke. der fisch der begleitung war gleichsam faserig und zu weich, das von mir ausdrücklich als well done bestellte stück fleisch blutete herzerweichend bei gabelkontakt.

der gereichte offene rotwein korkte, und nicht nur das, es schwammen sogar kleine korkstückchen im wein herum. die vorsichtige reklamation erzeugte im kellnermund geräusche, die an eine toilettenspülung erinnerten, wortlos wurde die karaffe abgeräumt und knallend eine neue auf den tisch gesetzt.

wir wollten zahlen. man war aber nicht an unserem geld interessiert. als wir nach 15 minuten keinen kellner erreichen konnten um die rechnung zu bestellen, überschlugen wir den betrag mithilfe einer vom nachbartisch gereichten speisekarte, zogen 15% service ab und legten das geld passend hin.

never again.

sale e tabacchi
kochstr. 18
10969 berlin


jochen reinecke

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Wednesday, 6. April 2005
ristorante rialto
das restaurant befindet sich an vorderster front, direkt an der uferpromenade. beste lage, allerbeste lage. am eingang eine mediterran aussehen wollende antipasti- und fischvitrine. der fisch glänzt speckig, die muscheln liegen in einem sack, nicht genug gekühlt. an der vitrine vorbei, hinein!



das rialto bietet platz für sicherlich 80-90 personen. die speisekarte ist ein dickes buch, in schwammiges leder gebunden. es gibt alles. alles. muscheln, pizze, pasta, fleisch, fisch, kuchen, eis, alles.

die küche arbeitet zyklisch. angenommen, man sitzt zu viert am tisch und bestellt ein komplettes menü. dann bekommen drei personen nach weniger als vier minuten ihre vorspeisen. und noch während sie an der vorspeise herumlaborieren, werden bereits die hauptspeisen danebengeschoben. all dies, während person nummer vier noch auf die vorspeise wartet. die küche ist auf maximalen nahrungsmitteldurchsatz hin optimiert. die speisen schmecken einfallslos, das ambiente aus brauereimobiliar, grind, schreienden kindern und öligen kellnern macht schmerzen.

person eins hat irgendwann ihren fisch bekommen. und die ganze nacht lang durchfall.


restaurant rialto
seestr. 15
17419 ahlbeck, usedom


jochen reinecke

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